Workshop - Monotypie

thomas grubert - ohne titel 2008

Monotypie - der Druck als Unikat

Monotypie ist ein im 17. Jahrhundertwohl von Giovanni Benedetto Castiglione (1616-1670) erfundenes Verfahren der Bildenden Kunst.

Statt auf Papieroder Leinwandwird auf Glas-, Igelit- Acryl- oder Metallplattengezeichnet oder gemalt und, solange die Farbenoch feucht ist, mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Geschieht das mit einer Druckpresse, hat der Abzug einen Plattenrand wie ein Tiefdruck.

Die Bildgestaltungerfolgt als Druckvorgang entweder durch selektives Auftragen der Farbe oder durch selektives An- beziehungsweise Durchpressen des Druckstoffesetwa eines dünnen Papiers. Das Motiv wird mit feuchter Farbe auf Metall gemalt, der Abzug angefertigt, während die Farbe noch nass ist.

Eine alternative Monotypietechnik funktioniert folgendermaßen: Auf eine absolut gleichmäßig mit einer Druckfarbe(zum Beispiel Offsetdruckfarbe, als Rest in einer Druckereierhältlich) eingewalzte Glas- oder Acrylplatte wird ein sehr dünnes Papier gelegt. Auf der Ober- (eigentlich Rück-) seite des Papiers wird das Motiv gezeichnet.

Es kann vor dem Auflegen auf die eingewalzte Platte vorgezeichnet werden. Weiche Zeichengeräte, beispielsweise Graphitkreide, erzeugen einenweichen samtenen Strich, harte, wie zum Beispiel ein Kugelschreiber, eine entsprechend klare Linie auf der Unterseite. Halbtönewerden durchAnreiben mit dem Daumen oder Handballen erzeugt oder durch Verwendung vonFarbflächen mitunterschiedlicher Fetthaltigkeit der Farbe.

Mehrfarbige Monotypien bekommt man durch neu oder zusätzlich mit weiteren Farben eingewalzten Glasplatten.

Durch die Verbindung beider Techniken erreicht man reizvolle Ergebnisse.

Durch Aneinanderreihen vonMonotypien in derSenk- und Waagerechten erhält man Mosaike, die einen besonderen Reiz ausüben.

Die Monotypie (”ein einziges Bild”) ist somit eindeutig ein Original und kann nicht der herkömmlichen Druckgrafikzugerechnet werden, da das Hauptmerkmal der Druckgrafik, die Herstellung beliebig vieler (nahezu) identischer Abbildungen, nicht gegeben ist.

Nicht die Druckform bestimmt das Bild, sondern die Art und Weise, wie die Farbe auf eine ebene Fläche aufgetragen und davon abgenommen wird. Die Verbindung zur Druckgrafik ist darin zu sehen, dass die Bildfläche nicht direkt, sondern in mittelbarer Arbeitsweise bearbeitet wird.

Die Monotypie ist daher eine Verbindung von Malerei, Zeichnungund Grafik.

Wikipedia 2008

So. 20.7.2008

Leitung: Gabi Lampadius

Kategorie: 01 Übersicht |