Bodo Rott: Jungfrauenmilch

sohne-2010-rott-klein26. Februar bis 27. März

Öffnungszeiten:  

Do 14-20 Uhr, Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

 

Eine Veranstaltung der KUNSTZECHE Penzberg e.V.

 

Die figürliche Malerei ist wieder da. Zeitgenössische Maler erzählen wieder Geschichten: Mal als Inszenierung mit Theaterdonner wie bei Neo Rauch, mal nahe der neuen Sachlichkeit wie bei Bodo Rott.

 

Fantastische Bildräume heben in seinen Arbeiten den klassischen Illusionsraum der Malerei auf. Die Personen wirken wie Statisten, anwesend statt präsent. Die Wirklichkeit ist ein Grenzbereich; das ist es, was die Bilder ganz konkret erzählen. Unheimliche Idyllen sind es, von der Malweise als lückenhaft und abgenutzt gezeigt. Graphische Elemente wirken wie aus einer Nachbarwelt hereingebrochen, gestaltlose Farbe macht Auflösung darstellbar.

 

Bei all dem sind die starken Farben natürlich ein wesentliches Ausdruckselement. Die Gliederung des Bildraumes durch Farbflächen, die leuchtende und fröhlich bis giftige Farbigkeit, das Vergnügen an der Materialität der verwendeten Farben zeigen Bodo Rott als begeisterten, geradezu alchemistischen Maler.

  

Bodo Rott wurde 1971 in Ingolstadt geboren. Er studierte ab 1992 an der Akademie in Nürnberg in den Klassen von Prof. Colditz und Prof. Grütkze, ab 1996 in der Klasse von Prof. Fußmann an der Hochschule der Künste in Berlin. Dort wurde er 1999 Meisterschüler. Auch heute lebt und arbeitet Rott in Berlin.

 

Den Titel Jungfrauenmilch hab ich gewählt, weil er so gut die beiden Elemente fasst, die meinen Bildern die Dynamik liefern. Einerseits das Ensemble der Nichtkinderkinder (Figuren am Rande der Geschlechtlichkeit) und andererseits das Formlose und Ungetaufte des Materials Farbe (der leuchtende Schlamm). Es ist ein Wort aus der Alchemie, die ich mag, an die ich allerdings nicht glaube, die aber einen Höhepunkt erreicht hat, als die Malerei, die ich mag ( und, wenn sie so wollen, glaube), eine erste Blütezeit erlebte und etwa zur gleichen Zeit unterging als diese Malerei ihre Gravitationskraft verlor. Der leuchtende Schlamm ist sozusagen meine Prima Materia. Außerdem gefällt mir der Titel, weil er in heutigen Ohren ein wenig unanständig klingt. Bodo Rott 3.9.2010

Kategorie das war 2011 | | zurück zu Henning Sieverts Trio | weiter zu nächster Artikel
Erstellt am28. Februar 2011
Artikel per RSS 2.0 Feed verfolgen
Kommentare per RSS 2.0 Feed verfolgen.
Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Sie können dennoch einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentarfunktion ist deaktiviert