Herbert Nauderer

nauderer

Herbert Nauderer bespielt das Museum, das in Penzberg in einem ehemaligen Wohnhaus der Zeche untergebracht ist, mit Bezug auf diesen speziellen Ort. Der Künstler arbeitet raumbezogen und lässt sich von der eigentümlichen Atmosphäre der privaten Bergarbeiter-Wohnung inspirieren. Mit Hilfe einer immer wiederkehrenden, geheimnisvollen Figur, des Mausmanns, schafft er eine Art fiktiver Biographie voller düsterer Assoziationen und schwarzem Humor. Traumata, Katastrophen, Sehnsüchte - was macht unser Leben aus? Wie ein Bergarbeiter fördert der Künstler Schätze aus einer unbewussten Bildwelt zu Tage.

In unterschiedlichen Medien bezieht er den Betrachter in seine Bildwelt ein: Zeichnung, bearbeitete Fotografie, Video, Zeichentrickfilm und Installation.

www.herbertnauderer.de <<Nauderer.jpg>> <<Nauderer1.jpg>> <<Nauderer2.jpg>>

 

„Nichts Persönliches – bisweilen schwingt dem Ausstellungstitel eine ironische Bedeutung bei, denn der Künstler verwendet für die Ausstellung extrem persönliches Material, wie alte Fotos aus dem Familienalbum, oder er exponiert seinen Körper in dem verstörenden Zeichentrickfilm „Disneyland ist abgebrannt“, in dem der Kreislauf des Lebens thematisiert wird.

Jedoch wird dieses persönliche Material entfremdet, entpersonalisiert und mit anderen Elementen aus dem Bergarbeiterleben konfrontiert, bzw. mit freien Zeichnungen und grafischen Experimenten konfrontiert. Zeit- und Stilebenen werden vermischt, Details in Fotografien manipuliert, nie kann sich der Betrachter sicher sein, ob er dem Bild trauen darf.

Da sieht man zum Beispiel in einer bearbeiteten Fotografie den Künstler im Bergarbeiterschlafzimmer neben dem Bett stehen, mit einer skurrilen Gesichtsmaske, die ihn wie einen düsteren Verwandten der Mickey Mouse erscheinen lässt, und auf dem Bett breitet sich ein undefinierbarer, schwarzer Fleck aus. Blut? Wasser? Öl?

Die Bildwelt in „nothing personal“ ist nie eindeutig, es eröffnen sich Räume, die den Betrachter herausfordern, dem Werk mithilfe der eigenen Erfahrung und Wahrnehmung eine eigene, eine persönliche Bedeutung zu geben.“

                                                                    Annika Tepelmann

Kategorie: 01 Übersicht |